VaterSohn

I N  E N T W I C K L U N G


LEON (15) wohnt mit seiner Mutter ELLA (Mitte 40), einer erfolgreichen Galeristin, zusammen in einem geräumigen Loft in Wien.
Sein Vater HANNES, ehemaliger Linksintellektueller und mittlerweile erfolgreicher Anwalt, hat die beiden verlassen, als Leon drei Jahre alt war. Leon hasst seinen Vater dafür, dass er ihn mit einer Mutter allein gelassen hat, die außer ihrer Kunstwelt-Blase nichts checkt. Halt und Bestätigung findet Leon in seiner Fußballmannschaft und im Erdichten von Rapptexten, für die er brennt. Dort versucht er sich vieles zu erklären, vor allem, dass seine Eltern mit ihrer linksliberalen Geschichte und Gesinnung alles falsch gemacht haben.

Ella ist von dem aggressiv- pubertierenden Jungen, der für sie nur Verachtung übrig hat, zusehens überfordert und als sich die Möglichkeit bietet, eine renommierte Galerie in Düsseldorf für ein Jahr zu übernehmen, liefert sie Leon kurzerhand bei Hannes ab. Der überrumpelte Vater nimmt den Sohn widerwillig auf und als ihm bewusst wird, wie sehr Leon in rechtsradikalen Ideen abgedriftet ist, versucht er ihn durch eine nicht ganz uneigennützige Reise nach Indien seinem Umfeld zu entreißen.

Dort beziehen die beiden einander Entfremdeten ein spartanisches Zimmer in einer ayurvedischen Klinik im keralesischen Hinterland, wo sich Hannes Heilung von einer verheimlichten Erkrankung erhofft, gegen die die westliche Schulmedizin keine Mittel mehr weiß. Leon hingegen hört harten Rechts-Rap, verflucht den Dreck, das Chaos, das unfassbar Fremde um ihn herum und besonders seinen Vater, der kein Retourticket nach Hause gelöst hat.

Die charismatische Klinikleiterin SRI DEVI durchschaut die komplizierte Vater/Sohn- Beziehung und beeindruckt Leon mit ihrer unaufgeregten, überraschenden Art, auf Konflikte und Provokationen zu reagieren.

Während Hannes sich einer anstrengenden Kur unterzieht, verrichtet Leon kleine Arbeiten für Sri Devi und begleitet sie auf Tuktuk-Fahrten, bei denen er viel von Indien und vor allem RADHIKA kennenlernt, eine 17jährige Schülerin von Sri Devi, die Ärztin werden will, ein Mädchen, das er daheim noch als minderwertig empfunden hätte.
Hannes, den zusehens Gedächtnislücken plagen, gesteht Leon nach einem ihrer Ideologiegefechte den verheimlichten Grund der Reise.

Leon reagiert äußerst aggressiv und bezichtigt Hannes des altbekannten Egoismus.
Nachdem Radhika erzählt, dass sie verheiratet werden soll und deshalb nicht studieren kann, schmiedet Leon Entführungspläne. Hannes bestärkt ihn und bietet seine Unterstützung an. Beide geraten über ihren Befreiungsphantasien geradezu in Euphorie, nicht zuletzt auch darüber, dass sie gerade dabei sind, sich zu finden.
Jetzt schafft es Hannes sogar, sich für die Feigheit zu entschuldigen, keine Verantwortung in Leons Kindheit übernommen zu haben.

Im Schutz der Dunkelheit allerdings werden sie von Radhikas Brüdern und Freunden böse zusammengeschlagen, mit der Warnung sich Radhika nicht mehr zu nähern. Aber das Schmerzen der Blessuren und die resignierte Erkenntnis, dass sie als Fremde in diesem unbegreiflichen Land nicht einfach Sitten und Gebräuche umstürzen können, schweißt sie näher zusammen. So beschließen sie eine gemeinsame Bahnreise nach Madurai, können endlich ihr Miteinander genießen und verspüren einen Hauch von Glück und Liebe.

Nach der Rückfahrt im völlig überfüllten Zug öffnet sich Hannes in der Klinik die Pulsadern. Schließlich wohnt Leon zusammen mit Sri Devi und Radhika im hohen Gras sitzend der Verbrennung von Hannes Leiche bei.

Nach einem guten halben Jahr mit der Asche seines Vaters wieder in Europa angekommen, sieht er einem völlig neuen Lebensabschnitt entgegen.

Spielfilm


In Koproduktion mit
KGP Kranzelbinder Gabriele Produktion GmbH.